Gebäudeleittechnik, Energiemanagementsysteme, Ladeinfrastruktur und intelligente Messsysteme werden zunehmend vernetzt. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für Effizienz und Transparenz. Gleichzeitig wächst jedoch die Angriffsfläche für Cyberkriminelle.
Die neue Bedrohungslage
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin, dass die Digitalisierung und Dezentralisierung des Energiesektors die Angriffsfläche für Cyberangriffe erheblich vergrößert. Gleichzeitig zählt die Energieversorgung zu den wichtigsten Kritischen Infrastrukturen Deutschlands.
Cyberangriffe können heute nicht nur IT-Systeme betreffen, sondern auch:
- Gebäudeautomation
- Energiemanagementsysteme
- Ladeinfrastrukturen
- Schalt- und Steuerungstechnik
- Fernwirksysteme
Hier eine Statistik zu Cyberangriffen mit Vergleich des Februars 2025/2026. Die Energiewirtschaft befindet sich bereits auf Platz 5 der meisten Cyberangriffe.

Quelle: Check Point Software Technologies Ltd.
Operational Technology im Fokus
Neben klassischen Office-Netzwerken geraten zunehmend sogenannte OT-Systeme (Operational Technology) ins Visier von Angreifern.
Das BSI empfiehlt daher insbesondere:
- vollständige Dokumentation aller Systeme
- Inventarisierung von Geräten und Verbindungen
- regelmäßige Aktualisierung von Software
- risikobasierte Sicherheitsbewertungen
- Berücksichtigung von Lieferantenrisiken
Mensch und Organisation bleiben entscheidend
Viele Sicherheitsvorfälle beginnen nicht mit technischen Schwachstellen, sondern durch menschliche Fehler.
Wichtige Maßnahmen sind:
- regelmäßige Schulungen
- klare Verantwortlichkeiten
- Notfallpläne
- Zugriffskonzepte
- Sicherheitsrichtlinien für Dienstleister
Cybersicherheit als Teil der Versorgungssicherheit
Die Bundesnetzagentur betont, dass eine sichere Energieversorgung heute unmittelbar von einer funktionierenden Informations- und Kommunikationstechnik abhängt. Deshalb wurden spezielle IT-Sicherheitsanforderungen für Energieunternehmen definiert.
Fazit
Cybersicherheit ist längst kein reines IT-Thema mehr. Mit zunehmender Digitalisierung von Energie- und Gebäudetechnik müssen Betreiber technische und organisatorische Schutzmaßnahmen gleichermaßen berücksichtigen. Wer Sicherheitsaspekte frühzeitig integriert, schützt nicht nur Daten, sondern auch die Verfügbarkeit seiner Anlagen.
Quellen
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Positionspapier „Cybersicherheit im Energiesektor Deutschlands“ [bsi.bund.de]
- BSI: Leitfaden zur Absicherung von Operational Technology (OT) [bsi.bund.de]
- Bundesnetzagentur: IT-Sicherheit im Energiesektor [bundesnetzagentur.de]