Elektrosicherheit beim Gärtnern
Mit den ersten warmen Tagen beginnt für viele Menschen wieder die Gartensaison. Rasen mähen, Hecken schneiden, den Vertikutierer einsetzen oder die Teichpumpe nach der Winterpause wieder in Betrieb nehmen – elektrische Gartengeräte gehören heute selbstverständlich zur Gartenarbeit dazu. Was dabei häufig übersehen wird: Viele dieser Geräte haben den gesamten Winter über ungenutzt im Keller, in der Garage oder im Gartenhaus gelegen. Während dieser Zeit können verschiedene Einflüsse dazu führen, dass Kabel, Gehäuse oder elektrische Bauteile beschädigt werden. Deshalb lohnt es sich, vor dem ersten Einsatz einen kurzen Sicherheitscheck durchzuführen.
01 | Elektrische Gartengeräte in der Winterpause
Auch wenn Gartengeräte im Herbst gereinigt und ordentlich verstaut wurden, sind sie über den Winter verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen oder UV-Strahlung können Materialien verändern und zu Schäden führen. Besonders betroffen sind Anschlussleitungen, Verlängerungskabel oder Kabeltrommeln. Durch Alterungsprozesse können Kunststoffe spröde werden und ihre Schutzfunktion verlieren. Dadurch besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit eindringt oder elektrische Teile freiliegen. Typische Probleme nach der Winterlagerung sind zum Beispiel:
- poröse oder rissige Kabelisolierungen
- beschädigte Steckverbindungen oder Gehäuse
- Feuchtigkeit in Steckern oder Geräten
- beschädigte Kabel durch unsachgemäße Lagerung
- angenagte Leitungen durch Nagetiere im Geräteschuppen
02 | Was vor der Inbetriebnahme kontrolliert werden sollte
Bevor ein Gartengerät nach der Winterpause wieder eingesetzt wird, sollte eine kurze Sichtprüfung durchgeführt werden. Diese Kontrolle dauert nur wenige Minuten, kann aber entscheidend zur Sicherheit beitragen. Dazu gehört:
- Zustand der Anschlussleitungen und Verlängerungskabel
- Beschädigungen am Gerätegehäuse
- Funktion der Sicherheitseinrichtungen (z. B. Sicherheitsschalter)
- Zustand von Steckern und Steckdosen
- korrekte Kabelführung bei Geräten wie Rasenmähern
Grundsätzlich gilt: Bei elektrischen Geräten sollte immer nach dem Prinzip gearbeitet werden „Lieber einmal mehr kontrollieren als einmal zu wenig“. Wenn ein Defekt festgestellt wird, sollte das Gerät nicht weiter benutzt werden. Provisorische Reparaturen mit Isolierband oder ähnlichen Hilfsmitteln stellen keine sichere Lösung dar.
03 | Anforderungen im betrieblichen Umfeld
Auch im betrieblichen Bereich werden elektrische Gartengeräte häufig eingesetzt, beispielsweise im kommunalen Bereich, in Hausmeisterdiensten oder in der Grünflächenpflege. Der Arbeitgeber ist auch hier verpflichtet, seinen Beschäftigten sichere Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Elektrisch betriebene Gartengeräte zählen zu den ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln und müssen regelmäßig nach DIN EN 50699 geprüft werden.
04 | Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Garten
Neben der technischen Überprüfung der Geräte können weitere Maßnahmen die Sicherheit deutlich erhöhen. Durch Kleinigkeiten kann man selbst auch im privaten Bereich den Garten zu einem sichereren Umfeld machen. Beispielsweise durch:
- Verwendung von spritzwassergeschützten Außensteckdosen
- Einsatz eines Fehlerstromschutzschalters (RCD / FI-Schutzschalter)
- regelmäßige Prüfung des FI-Schutzschalters über die Prüftaste
- Nutzung moderner Akku-Gartengeräte anstelle kabelgebundener Geräte
Auch hier ist explizit wieder der Fehlerstromschutzschalter zu nennen, da er bei Fehlerströmen innerhalb von Millisekunden den Strom abschaltet und so schwere Stromunfälle verhindern kann.
05 | Persönliche Schutzmaßnahmen bei der Gartenarbeit
Neben elektrischen Gefahren sollten auch andere Risiken bei der Gartenarbeit berücksichtigt werden. Durch rotierende Werkzeuge, umherfliegende Gegenstände oder hohe Lärmbelastung können zusätzliche Gefährdungen entstehen. Zum persönlichen Schutz empfiehlt sich daher das Tragen einer Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bestehend aus:
- Schutzbrillen
- geeigneten Arbeitshandschuhen
- Gehörschutz
- schnittfeste und langärmelige Arbeitskleidung