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Elektrische Gartengeräte sicher nutzen – vom Rasenmäher bis zur Heckenschere

3 Min. Lesezeit

Elektrische Gartengeräte erleichtern viele Arbeiten rund ums Haus. Ob Rasenmäher, Heckenschere oder Hochdruckreiniger – moderne Geräte sind leistungsstark und komfortabel zu bedienen. Gleichzeitig entstehen jedoch neue Risiken, wenn Elektrizität, Feuchtigkeit und mechanische Gefahren zusammenkommen.

Ein Blick auf die Unfallstatistik zeigt, warum Vorsicht wichtig ist: Laut Unfallstatistik der Berufsgenossenschaften ereignen sich in Deutschland jedes Jahr mehrere tausend Stromunfälle. Ein Großteil davon passiert im Niederspannungsbereich unter 1.000 Volt, also bei typischen Haushaltsgeräten.

Laut Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurden im Jahr 2024 im Bereich Land-, Forst- und Gartenwirtschaft insgesamt 1.160 Arbeitsunfälle gemeldet. Diese Zahlen bilden jedoch nur das offiziell erfasste Unfallgeschehen ab. Kleinere Vorfälle oder Beinahe-Unfälle werden in der Praxis häufig nicht gemeldet, sodass von einer höheren tatsächlichen Zahl ausgegangen werden kann.

 

Wo die größten Gefahren im Garten lauern

Elektrische Gartengeräte werden häufig unter Bedingungen eingesetzt, für die sie ursprünglich nicht gedacht sind: nasser Boden, lange Kabelwege oder beschädigte Leitungen.

Typische Gefahrenquellen sind zum Beispiel:

  • beschädigte oder gequetschte Anschlusskabel
  • Arbeiten bei Regen oder stark feuchtem Boden
  • Kabel im Arbeitsbereich von Schneidwerkzeugen
  • Steckverbindungen im Gras oder auf dem Boden
  • fehlende Absicherung durch einen FI-Schutzschalter

Besonders kritisch wird es, wenn ein Kabel beim Rasenmähen oder Schneiden beschädigt wird. In diesem Moment kann das Gerät unter Spannung stehen, was zu einem Stromschlag führen kann.

Vor der Nutzung: Geräte kurz prüfen

Viele Unfälle lassen sich bereits vermeiden, wenn Geräte vor der Nutzung kurz überprüft werden.

Achten Sie insbesondere auf:

  • beschädigte oder poröse Kabel
  • lockere Steckverbindungen
  • beschädigte Gehäuse
  • ungewöhnliche Geräusche beim Betrieb

Schon kleine Beschädigungen können gefährlich sein. Elektrische Geräte sollten deshalb bei sichtbaren Mängeln nicht weiter betrieben werden.

FI-Schutzschalter: der wichtigste Lebensretter

Beim Einsatz elektrischer Geräte im Außenbereich ist ein Fehlerstromschutzschalter (FI bzw. RCD) mit einem Auslösestrom von 30 mA besonders wichtig.

Der Hintergrund: Bereits Stromstärken von etwa 50 mA können für den Menschen lebensgefährlich sein, da sie zu Herzrhythmusstörungen oder Kammerflimmern führen können.

Ein FI-Schutzschalter erkennt solche Fehlerströme und unterbricht die Stromversorgung innerhalb von Millisekunden. Dadurch kann er schwere oder tödliche Stromunfälle verhindern.

In modernen Gebäuden sind solche Schutzschalter meist bereits installiert. Für ältere Installationen oder mobile Anwendungen gibt es steckbare FI-Adapter, die einfach zwischen Steckdose und Gerät gesteckt werden.

Akkugeräte – wirklich sicherer?

Viele Gartenbesitzer greifen inzwischen zu Akkugeräten, weil sie flexibler und leichter zu handhaben sind. Tatsächlich entfällt hier das Risiko eines beschädigten Stromkabels.

Dennoch sollten auch Akkugeräte sorgfältig verwendet werden. Lithium-Ionen-Akkus können bei falscher Handhabung Brand- oder Überhitzungsrisiken darstellen.

Wichtige Hinweise sind daher:

  • Akkus nur mit dem Original-Ladegerät laden
  • Ladegeräte nicht auf brennbaren Untergründen betreiben
  • Akkus nicht dauerhaft großer Hitze oder Feuchtigkeit aussetzen

Sicherheit im Betrieb: einfache Regeln

Mit einigen einfachen Maßnahmen lassen sich viele Risiken vermeiden:

  • Kabel immer hinter dem Arbeitsbereich führen
  • Geräte nicht bei Regen oder starkem Tau verwenden
  • Steckverbindungen nicht im Gras liegen lassen
  • Verlängerungskabel mit Schutzart IP44 oder höher verwenden
  • Geräte nach der Nutzung trocken und geschützt lagern

Gerade bei leistungsstarken Geräten wie Rasenmähern oder Hochdruckreinigern lohnt sich ein kurzer Sicherheitscheck vor der Nutzung.

Auch für Betriebe relevant

Elektrische Gartengeräte werden nicht nur privat genutzt, sondern auch in Gartenbau-, Hausmeister- oder kommunalen Betrieben.

Hier gelten zusätzliche Anforderungen:

  • Elektrische Betriebsmittel müssen regelmäßig nach DGUV Vorschrift 3 geprüft werden.
  • Beschäftigte müssen im sicheren Umgang mit den Geräten unterwiesen werden.

Diese Maßnahmen helfen, elektrische Gefährdungen im Arbeitsalltag frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.

Fazit

Elektrische Gartengeräte erleichtern viele Arbeiten, bringen aber auch besondere Risiken mit sich. Vor allem Feuchtigkeit, beschädigte Kabel und fehlende Schutzmaßnahmen können schnell zu gefährlichen Situationen führen.

Mit einer kurzen Sichtprüfung der Geräte, geeigneten Verlängerungskabeln und einem FI-Schutzschalter lassen sich die meisten Gefahren jedoch deutlich reduzieren. So bleibt die Gartenarbeit nicht nur effizient, sondern auch sicher.

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