Mit den ersten warmen Tagen beginnt wieder die Gartensaison. Rasenmäher, Heckenschere oder Hochdruckreiniger werden aus dem Schuppen geholt – und oft kommt dabei auch schnell ein Verlängerungskabel zum Einsatz. Was viele unterschätzen: Strom im Außenbereich ist deutlich gefährlicher als in Innenräumen, da Feuchtigkeit, mechanische Belastungen und Beschädigungen häufig zusammenkommen.
Ein Blick auf die Statistik zeigt, wie relevant das Thema ist: In Deutschland werden jedes Jahr mehrere tausend Stromunfälle gemeldet. Allein im Bereich der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) wurden 4.796 Stromunfälle im Jahr 2024 gemeldet.
Diese 5 Fehler mit Verlängerungskabeln können gefährlich werden
Im Garten werden häufig Verlängerungskabel genutzt, die eigentlich nur für den Innenbereich vorgesehen sind. Sie besitzen keinen ausreichenden Schutz gegen Feuchtigkeit und mechanische Belastungen.
Typische Fehler sind zum Beispiel:
- Verlängerungskabel liegen im nassen Gras oder in Pfützen
- Steckverbindungen liegen direkt auf dem Boden
- Kabel werden durch Gartengeräte beschädigt
- Innenraumkabel werden dauerhaft im Außenbereich verwendet
- Kabeltrommeln werden im Betrieb nicht vollständig abgerollt
Besonders kritisch wird es, wenn Feuchtigkeit in Steckverbindungen eindringt. Dann können Kurzschlüsse, Stromschläge oder im schlimmsten Fall Brände entstehen.
Bemerkenswert: 89 % der Stromunfälle passieren im Niederspannungsbereich (Stand 2024), also genau dort, wo auch typische Haushalts- und Gartengeräte betrieben werden.

Nicht jedes Kabel ist für draußen geeignet
Für Arbeiten im Garten sollten ausschließlich Verlängerungskabel für den Außenbereich verwendet werden. Diese sind robuster aufgebaut und besser gegen Feuchtigkeit geschützt.
Achten Sie insbesondere auf folgende Merkmale:
- Schutzart mindestens IP44 (spritzwassergeschützt)
- Gummi-Schlauchleitungen, z. B. Typ H07RN-F
- Steckdosen mit Schutzklappe
Solche Kabel sind speziell für Baustellen oder Außenbereiche entwickelt und deutlich widerstandsfähiger gegenüber Feuchtigkeit, UV-Strahlung und mechanischer Belastung.
Kabeltrommeln richtig verwenden
Kabeltrommeln sind im Garten sehr praktisch – werden aber häufig falsch benutzt.
Ein häufiger Fehler ist, die Trommel nicht vollständig abzuwickeln. Bleibt das Kabel aufgewickelt, kann sich durch den Stromfluss Wärme entwickeln. Im schlimmsten Fall kann das Kabel überhitzen und beschädigt werden.
Daher gilt:
- Kabeltrommeln immer vollständig abrollen
- nur Trommeln verwenden, die für den Außenbereich geeignet sind
- auf eine integrierte Überhitzungssicherung achten
Der wichtigste Schutz: der FI-Schutzschalter
Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen im Außenbereich ist ein Fehlerstromschutzschalter (FI bzw. RCD) mit einem Auslösestrom von 30 mA.
Dieser erkennt gefährliche Fehlerströme und schaltet den Strom innerhalb von Sekundenbruchteilen ab.
Warum das so wichtig ist: Bereits Stromstärken ab etwa 30–50 mA können lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen, insbesondere wenn der Strom über den Brustbereich fließt.
Viele moderne Gebäude verfügen bereits über solche Schutzschalter. Für Arbeiten im Garten kann zusätzlich ein mobiler FI-Adapter sinnvoll sein, der einfach zwischen Steckdose und Verlängerungskabel gesteckt wird.
Praktische Tipps für mehr Sicherheit im Garten
Mit ein paar einfachen Maßnahmen lassen sich viele Risiken vermeiden:
- Kabel immer hinter dem Körper führen, damit sie nicht versehentlich durchschnitten werden
- Steckverbindungen nicht im Gras oder auf dem Boden liegen lassen
- Kabel nach der Nutzung trocken lagern
- beschädigte Kabel sofort ersetzen
Wenn Kabel oder Stecker sichtbare Schäden aufweisen, sollten sie nicht mehr verwendet werden.
Fazit
Elektrische Geräte erleichtern viele Arbeiten im Garten – gleichzeitig erfordern sie besondere Aufmerksamkeit. Mit geeigneten Verlängerungskabeln, spritzwassergeschützten Steckdosen und einem funktionierenden FI-Schutzschalter lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. So bleibt die Gartenarbeit nicht nur effektiv, sondern auch sicher.